Aus der Schwere

Aus einem Gespräch über die aktuelle Lage, Krisen und Krieg in Europa und seine Auswirkungen, und der immer gleichen Erkenntnis, dass wir alle die Veränderungen in uns und um uns herum in seiner Schwere deutlich spüren und in unsere Poesie einfließen lassen, war sehr schnell die Idee da, aus einem Titel zwei Gedichte zu machen.

Unabhängig voneinander, um dann gespannt zu schauen, was dabei herauskommt. Hier unsere Ergebnisse.
Mach mit, schließ dich an und schreib dein Gedicht, deinen Text, deine Musik zu diesem Titel.

Aus der Schwere

Wenn es sein soll und richtig ist,
geht es immer schnell –
Mein Frühling läßt nicht lang auf sich warten.
Dein Winter ist Druck, ist Appell.
Denk nicht, daß Schwarz dunkel ist,
mein Herz brennt glühend hell.
Sei Du meine Leinwand heute Nacht,
meine Worte sind Pastell.
Schwere Tinte auf leichtem Blatt
und geboren wird Karamell.
Öffne Dich und fürchte Dich nicht –
dies ist alt, lebendig, rituell.
Dichten ist Lieben unter Druck,
das allerschönste Duell.
Das Gedicht, das stets dabei raus kommt,
ist l(e)icht, ist originell.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

“Aus der Schwere”: ein Titel, zwei Gedichte. Poesie-Kollaboration zwischen Christine Jendrike (Ideenlese) und mir.
So wie ein Schiff auf schwerer See,
das leichte Segel hisst,
und schwerer Mut mit leichtem 
Wein sich durchaus lindern lässt.

So wie des Körpers schwere Last
viel leichter wird durch Fasten
und Leichtsinn tiefem Denkvorgang
behilflich ist beim Rasten,

So ist, was manchmal schwer erscheint,
aus andrer Perspektive,
als wenn man nach nem langen Weg
auf leichten Federn schliefe.

Die Kraft der Schwere hält uns
fest und sicher auf dem Boden.
Und ewig sind wir schwerelos
in Universums Wogen. 

(c) ideenlese 2022

Ein Titel, zwei Gedichte.
« Aus der Schwere » 
Che Chidi Chukwumerije

Zahnbürstenkreativität

Musik & Video Stefan Kraus

Artsprießer ergeht es wie einem Frühblüher der sich längst nach dem Frühjahr sehnt, und dann von einem Kälteeinbruch jäh in seinem Sprießen gehemmt wird.
Zum Glück sind die Knospen der Frühblüher gut versorgt mit den aufsteigenden Säften. Sie trotzen der Kälte und sobald die Sonne höher steigt, brechen sie fulminant und farbenfroh auf.

Stefan hat uns sein wunderschönes Video bereits vor einigen Wochen zur Verfügung gestellt. Eigentlich wollten Ralf und ich schon längst einen Text dazu schreiben. Aber, siehe oben, wir Frühblüher haben vom Alltag auf die Mütze bekommen.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Selbstverständlich geht es hier weiter – sobald die Sonne höher steigt.

Lasst euch von Stefans Video inspirieren. Alles was euch dazu einfällt ist uns herzlich willkommen!

Bis bald wieder an dieser Stelle.

Danke Nati, für deinen lustigen Text zu Stefans Video. So macht das Spaß!

„Nanü, Frau Zahnbürste. Wohin des Weges?“

„Ich bin in Eile.“

„Warten’s, ich eile mit. Wohin eilen wir?“

„Ich bin auf der Suche nach Herrn Zahnpasta. Herr Zahnimmund ist schon ganz außer sich. Frau und Herr Beinohnerastundruh laufen bereits heiß.“

„Nicht gut, gar nicht gut. Schaun’s mal hier oder dort.“

„Frau Beinohnerastundruh will Richtung Bett, aber Herr Beinohnerastundruh lässt nicht locker.“

„Was ist das für ein Geräusch?“

„Welches? Ich höre nichts….“

„Oh Nein, Frau Zäpfchenimrachen hat das Kommando übernommen und trompetet schon.“

„Zu spät.“

„Weißt du was das bedeutet? Wir haben heute Abend frei.“ „Au ja, lass uns feiern gehen.“



Depression

Ein herzlicher Dank geht an dich, lieber Harald, der du unser Projekt ArtSprießer um wertvolle Facetten bereicherst.

Wir verdanken dir “Depression” und “Die Täuschung”. Beide Werke sind musikalisch abgeschlossen. Offen jedoch zur Aus- und Umgestaltung für alle, die inspiriert sind und Spaß an der Videokunst haben.

Schreibt uns sehr gerne an und seid großzügig und wild mit euren Ideen! Lasst einmal mehr sprießen.

Depression

Die Leere schleicht sich wie ein Raubtier an
Gefühle fliehen ins Gebüsch
Sie schreitet immer mehr voran
Vor Angst erzitternd graut es mich

Die Sonne ist ein blasser Ball
Das Licht das wärmt für heute nicht
Der Himmel wie ein fahles Tuch
Es fröstelt grausig im Gesicht

Die Blätter hängen an den Bäumen
wie angemalte Lappen in der Luft
Die Farben wirken kalt und bleich
mich fühlt's als wär ich in der Gruft

Wie lange mag das Raubtier jagen
die Opfer sind schon ganz erstarrt
Ich möchte heut noch nicht verzagen
Doch der Jäger der hat Zeit, verharrt

Der Traum

Husch husch du Raubtier Leere
zurück geht's ins Gebälk
Schau her wie ich mich wehre
Hab Hoffnung heut bestellt

Gefühle ihr dürft wieder raus
die Luft die ist jetzt rein
Vergangenheit ist weg und aus
Die Zukunft muss es sein

Die Farben strahlen wieder hell
Der Wind weht ins Gesicht
Ein Kuss im Traum hat es gemacht
So endet das Gedicht

Text, Musik, Instrumente und Stimme: Harald Plontke
Skulpturen Picadora und Hingabe: Anne K. Huster
Die Täuschung

Du denkst du kennst einen Menschen
kennst jedes Haar in seinem Gesicht
wie er seinen Mund bewegt wenn er spricht
aber seine Gedanken die kennst du nicht

Du glaubst seine Gefühle zu lesen
Wie ein offenes Buch was zu dir spricht
Du schaust ihm lang in die Augen
Aber die Wirklichkeit kennst du nicht

Du glaubst er ist wahrhaftig
macht kein Rollenspiel für dich
doch was ihm wirklich entspricht
das erfährst du nicht

Wenn du mit ihm zusammen weinst
und ihn dabei küsst
ist die Nähe am grössten
die du bald vermisst

Ein dunkles Geheimnis verbirgt er vor dir
was tief im Innern zerbricht
heraus kommt Selbstsucht und Gier
warum das erfährst du nicht

Er suhlt sich im Schmutz
Du sagst ihm mach's nicht
Er taucht immer tiefer
und hört nicht auf dich

Werte und Ideale
sind plötzlich Schall und Rauch
das alles vorbei ist
das spürst du jetzt auch

Du denkst du kennst einen Menschen
kennst jedes Haar in seinem Gesicht
wie er seinen Mund bewegt wenn er spricht
aber seine Gedanken die kennst du nicht

Text, Musik, Instrumente und Stimme: Harald Plontke

Gemütchen Kühlchen

(Entwurf)
(Unvollendet)
Vollendet

Ach, was liegt’s mir im Geblüt
Zu dichten mein Gemüt
Noch heiß, nicht abgekühlt

Es fließt mir der Gefühle Glut
Ins Köpfchen rein mit seiner Flut
Das Herze schreibt, was gut ihm tut

Gerade im geströmten Denken
Bin ich so noch kaum zu lenken
Um den Moment nicht zu verschenken

Doch eines ist hier zu bedenken
Im Wachstum gilt es umzuschwenken
Nicht immer nur auf eins beschränken

Wie sagt man doch frivülchen:
Nichts wird so heiß gegessen
wie’s gekocht
Deshalb heißt es manchmal
doch:
Dichter,
tu’s Gemütchen kühlchen

Abkühlung

Komm mach mit und lasse diesen Beitrag sprießen! Wie? Das erfahrt ihr hier.


Video & Gesang: (C) 2021 by Ralf-Peter Nungäßer; Audios (Klavier): (C) 2021 by Christine Jendrike; Audio (Mikrowellenpiepton): (C) 2022 by Nati; Text: (C) 2021 by Ralf-Peter Nungäßer; Equipment: (C) 2021 by Thomas Vonrhein (Microwelle, Tasse und Milch 🙂)

Nature Embrace

Nature Embrace

Feeling good an feeling high
Find no reason how to cry
Now it’s time to getting fly
All the sadness passing by

There is a place
Amazing grace
Where darkeness fade
And life dont‘ waste

Growing up in nature room
Guided by the spirit spun
When love’s arround is coming soon
Sing and dance and live and bloom!


Video: (C) 2022 Christine Jendrike; Musik: (C) 2022 by Ralf-Peter Nungäßer; Text: (C) 2022 by Ralf-Peter Nungäßer & Christine Jendrike